Lesen. Klar. Für alle.

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Meine Rolle: UX/UI Lead Designer

Services: Desktop Research, Competitor Audit, Ideation, UX, UI, IxD, Accessibility

Plattform: Responsive Website

Agentur: Xeit GmbH

Timeline: 7-Tage Pitch-Sprint, Januar 2019

Accessible Reading – durch radikale Vereinfachung

ZEITLUPE musste Schweizer Accessibility-Standards erfüllen und gleichzeitig 2.2 Millionen Pensionierte online erreichen. Klingt nach Pflichtübung. War es nicht. Durch Mobile-First-Design, reduzierte Navigation und inklusive Typografie zeigten wir im Pitch: Accessibility ist kein Checkbox-Thema. Accessibility ist Business-Strategie. Punkt.

Core Shift: Von Accessibility als Pflichtfeld zu Accessibility als Wachstumsstrategie.

3 Min. Read

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So haben wir die Probleme gelöst

Drei Herausforderungen, drei Durchbrüche

Pensionierte kämpfen nicht mit Technik. Sie kämpfen mit schlechtem Design.

Das Briefing sagte: «Accessibility Compliance». Die Realität sagte: Schau genauer hin. 15% haben Einschränkungen, aber 95% nutzen mobile Geräte regelmässig. Das Problem war nicht fehlende Fähigkeit. Das Problem war Clutter. Redundante Navigation. Zu kleine Touch-Targets. Zu viel kognitiver Lärm. Wir nutzten WCAG-AAA nicht als Regelbuch, sondern als Design-Prinzip.

Reduzierte Navigation. Tablet-First-Denken. Klare Orientierungspunkte. Der Pitch gewann, weil wir zeigten: Accessibility ist keine Wohltätigkeit. Es ist smartes Business.

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Lesevertrauen ist wichtiger als Lesefähigkeit.

Der Kunde wollte bessere Typografie. Wir fanden das eigentliche Problem: Unsicherheit. Angst vor Fehlern. Selbstzweifel. Kleine Schrift. Schwacher Kontrast. Unklare Hierarchie. Das sind keine «Design-Details». Das sind Barrieren. Also machten wir nicht einfach die Schrift grösser. Wir bauten den Lese-Flow neu: bessere Zeilenlängen, mehr Weissraum, klare Untertitel, weniger Chrome. Weg mit allem, was nicht hilft.

Resultat: Leser bleiben dran, statt auszusteigen. Vertrauen schlägt Fähigkeit. Immer.

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Einfach ist nicht minimal. Einfach ist strategisch.

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Das Magazin hatte zwei Geschäftsmodelle: freie Inhalte und bezahlte Inhalte. Das alte Design behandelte beides fast gleich. Verwirrung überall. Wir nutzten Functional Design: Schwarz für frei. Rot für bezahlt. Sans Serif für Interaktion. Serif für Inhalte. Zwei Farben. Zwei Schriften. Kein Ratespiel.

Klares Business-Modell, null kognitive Zusatzlast. Simplicity heisst nicht, Features wegzunehmen. Simplicity heisst, unnötige Entscheidungen zu eliminieren.

Final Designs

Konsistenz zählt. Eine gute Brand Experience trägt jede Interaktion.

Before

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Bestehende Homepage

After

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Pitch Homepage

Einfache, konsistente Navigation schaffen

ZEITLUPE bietet freie und bezahlte Bereiche. Darum brauchten wir unterschiedliche Meta- und Main-Navigation-States – aber ohne dass sich das System wie zwei Websites anfühlt.

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Varianz schaffen, damit Orientierung entsteht

Unterschiedliche Seitenstrukturen helfen, Themenbereiche visuell zu trennen. Nicht Deko. Orientierung.

Homepage

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Magazine

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Ratgeber

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Das Magazin zugänglich machen

Seniorinnen und Senioren sind digitaler, als viele Teams denken. Wenn 95% regelmässig mobile Geräte nutzen, darf Responsive Design kein Zusatz sein. Es ist die Basis. Alles andere ist Ausrede.

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Key Learnings

Was dieses Projekt mir beigebracht hat

Einen Pitch in 7 Tagen gewinnen – ohne User Research.

Mehrere Agenturprojekte parallel. Keine Zeit für Interviews. Nur Desk Research, Wettbewerbsanalyse und Prinzipien. Der Pain: mutige Empfehlungen abgeben, ohne alles validieren zu können. Was half: WCAG-Standards, klare Accessibility-Prinzipien und eine schnelle Competitor-Analyse. Nicht perfekt. Aber belastbar genug, um eine starke Argumentation zu bauen.

Für Inklusion zu designen macht das Produkt für alle besser.

Das Briefing sagte «inclusive design». Die Erkenntnis: Wenn du für die 15% mit Einschränkungen designst, verbesserst du die Experience für 100%. Was nervte: der typische «Edge Case»-Reflex. Was funktionierte: Accessibility als Wettbewerbsvorteil framen, nicht als Compliance-Bürde. Der Pitch gewann. Aber er zeigte auch: Accessibility verschwindet in der Umsetzung schnell, wenn niemand sie konsequent verteidigt.

Simplicity braucht Strategie, nicht nur Minimal-Ästhetik.

Der Kunde wollte «cross-media design». Die eigentliche Herausforderung: ein duales Business-Modell – free vs. paid – in eine intuitive visuelle Sprache übersetzen. Was mich rettete: Functional Design. Farbe und Typografie als Business-Logik. Nicht als Dekoration.

Warum das heute noch zählt

Accessibility ist nicht Empathie. Accessibility ist Strategie.

Bis 2027 wird die Schweiz rund 1.5 Millionen Pensionierte haben. Das ist kein Randthema. Das ist Markt-Realität. Für ältere Menschen zu designen ist keine Charity-Arbeit – es ist gutes Produktdenken. Die Unternehmen, die das früh verstehen, gewinnen den Pitch. Die anderen verlieren später den Markt.

Danke fürs Lesen

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